Zinsen von der Genossenschaft

50,99 Euro überweist mir mein Vermieter einmal im Jahrs aufs Girokonto. „Auszahlung Dividende“ steht nüchtern im Verwendungszweck des Spar- und Bauvereins Dortmund – echte Zinsen! Bei der Kontrolle meines Kontoauszugs ist mir ein Licht aufgegangen. Ein Licht, das so hell strahlt, dass ich euch davon erzählen möchte. Denn in einer Zeit, in der selbst Direktbanken für Tages- und Festgelder kaum noch Zinsen zahlen, die ihren Namen wert sind, habe ich eine Alternative üblicher Denkmuster gefunden: Wohnungsbau– und andere Genossenschaften. Fair muss es zugehen – und deshalb plädiere ich nicht für rücksichtsloses Heuschrecken-Investment, sondern für freundliche Anfragen und langfristige Lebensplanung. Top Zinsen in Form der Dividende vom Spar- und Bauverein Dortmund!Alles begann im Jahr 2006. Nach einem Umweg über München, Berlin und die westfälische Provinz schlug ich in Dortmund die Zelte auf. Ein Freund hatte mir die Rufnummer des Spar- und Bauvereins Dortmund gegeben. Die hätten ganz gute Wohnungen, seien günstig und ein Top-Vermieter. „Ich war da vor ein paar Jahren auch mal Mieter, habe mir dann eine Wohnung gekauft – und den Genossenschaftsanteil aber nie gekündigt“, berichtete mein Freund Christoph. Ich bezog mein erstes Quartier, auf die Schnelle, im Dortmunder Norden – keiner chicen Gegend, aber gut & günstig. Zeitgleich suchte ich weiter und erhielt einige Zeit später meine Traum-Wohnung im Grünen.

Top Wohnung und 4% Zinsen auf die „Kaution“

Leben in der Wohnung einer Baugenossenschaft? Super! Absolut empfehlenswert. Aber auch eine andere Sache ist interessant. Während mein Kumpel Jan seinem privaten Vermieter rund 1000 Euro Kaution überlassen hat und das Geld auf einem nur mager verzinsten Sparbuch vor sich hin dümpelt, ist der Spar- und Bauverein Dortmund in Sachen Zinsen sehr spendabel. Mit satten 3,99% Dividende verzinst „meine Genossenschaft“ meinen Genossenschaftsanteil. 1.278 Euro muss man einzahlen, um eine Wohnung zu bekommen. Macht: einmal im Jahr 50,99 Euro. Als ich die Zahl auf meinem Kontoauszug sah, wurde mir klar: das ist der Wahrheit (frei nach Bruce Darnell). Ich begann, mich nach weiteren, attraktiven Anlagemöglichkeiten dieser Art um zu schauen. Hannover, Freiburg, Berlin – alles Gegenden, die mich schon immer faszinierten. Auch in Dortmunds Nachbarstadt Lünen wurde ich fündig. Ein Umzug in eine dieser Städte ist immer möglich. Gut, schon mit einem Bein vor Ort zu sein.

Top Zins: 8% vom Bauverein Lünen

Viele Wohnungsbaugenossenschaften beteiligen ihre Mitglieder am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Arbeit. Es gibt satte Zinsen auf die Genossenschaftsanteile in Form einer Dividende.

Top Zinsen in Form der Dividende vom Bauverein Lünen. Satte 8% Zinsen gibt es!

Besonders krasses Beispiel: Lünen. Der Bauverein Lünen verzinst die 600 Euro aus dem Genossenschaftsanteil mit sagenhaften 8 Prozent Dividende. Das ist natürlich nicht garantiert und kann jedes Jahr schwanken… Aber immerhin. Es ist auch möglich, in Lünen weitere Anteile zu erwerben. Verständlich, dass viele Genossenschaften solche Zinsen nicht an die all zu große Glocke hängen. Schnell wären die Heuschrecken da. Ich plädiere an dieser Stelle für einen fairen Umgang mit den neuen Geschäftspartnern. Von dem Geld, das ich in Anteile an einer Genossenschaft stecke, habe ich mich innerlich verabschiedet. Die dicken Dividenden lasse ich mir auf ein Tagesgeldkonto auszahlen und lege sie in Wertpapieren an. So hat jeder etwas davon.

Risiko: Unternehmerische Beteiligung & Nachschusspflicht

Risiko: Dass ich dem Geld „Lebewohl“ gesagt habe, hat auch noch einen anderen Grund. Denn jede Mitgliedschaft in einer solchen Genossenschaft ist eine unternehmerische Beteiligung. Es besteht das Risiko, dass das Haus Pleite geht. Weil ich von Immo-Fonds nichts halte und auch Betongold nicht sonderlich attraktiv finde (dazu übrigens hier ein spannender Beitrag von Holger Grethe: Warum alle wollen, dass du ein Haus kaufst) verstehe ich mein Investment in die Wohnungsbaugenossenschaften als aktive Diversifizierung „im Immobilien-Bereich“. Denn mit hunderten/tausenden Wohnungen und teils jahrhundertelanger Erfahrung vertraue ich meinen neuen Geschäftspartnern. Wichtig zu erwähnen bleibt noch die Nachschusspflicht. Sollte die Genossenschaft Insolvenz anmelden, kann es sein, dass man weiteres Geld nachschießen muss. Einige Wohnungsbaugenossenschaften beschränken diesen Anteil jedoch auf den (schon eingezahlten) Genossenschaftsanteil, so dass im schlimmsten Fall keine weitere Zahlung mehr droht. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, nicht alles Geld einer Genossenschaft anzuvertrauen, sondern sich auch nach anderen schönen Gegenden umzuschauen.

Recherche: Nicht ganz leicht, aber gut nebenbei zu machen

Weil die Genossenschaften aus nahe liegenden Gründen keine Lust auf Heuschrecken haben, suchen sie sich – so ist jedenfalls mein Eindruck – ihre neuen Mitglieder genau aus. Manche geben keine neuen Genossenschaftsanteile an Dividendenjäger mehr aus; manche nur, wenn auch wirklich eine Wohnung angemietet wird. Eine genaue Übersicht, welche Genossenschaft wie viel zahlt, gibt es nicht. Ich möchte an dieser Stelle damit beginnen und eine Excel-Datei anlegen. Die jeweils aktualisierte Fassung gibt’s in Kurz-Auszügen an dieser Stelle. Wer sachdienliche Hinweise hat, kann sie mir gern mailen oder hier einen Kommentar hinterlassen.

Name der Genossenschaft Geschäftsanteil Derz. Dividende
Spar- und Bauverein Dortmund 1.278,00 € 3,99%
Bauverein Lünen 600,00 € 8% – 4% auf weitere Anteile
Bauverein Breisgau 310,00 € 4%
Berliner Bau- und Wohnungsgen. von 1892 300,00 € 4% auf freiw. Anteile; 0% auf Pflichtanteil(e)
Spar- und Bauverein Hannover 25,00 € 4%

Hier geht’s zur Excel-Datei mit der Übersicht >> Die Datei enthält weitergehende Informationen – vor allem zu einer etwaigen Nachschusspflicht, wie viele Wohnungen die Genossenschaft hat, wie viele Mitglieder, sei wann sie besteht und noch mehr. Viel Spaß beim Lesen! : )

2 Kommentare

  1. Schöne Übersicht! Vielen Dank! Viele Volksbanken bieten auch attraktive Dividenden an. Meist aber nur im eigenen Geschäftsbereich. Trotzdem lohnt auch hier das Nachfragen!

  2. Hallo Jens!
    Die Übersicht ist echt prima. Ich vertraue schon seit Jahren in „Genossenschaft“. Schauen Sie sich zusätzlich mal meine Homepage http://www.zenke-privatier.de zum Thema hohe Dividenden von Genossenschaften an. Alle Mitglieder sind seit Jahren von den krisensicheren Rendite-Ergebnissen begeistert. Der Dividendenrechner ist für Bewerber bereits mit Nettodaten 7,64% p.a. nach Steuern eingepflegt. In einer Genossenschaft Privatier werden, das ist doch was für Ihre Empfehlungen. Nachfragen lohnt sich.

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